Gesellschaft für Weiterbildung in der Wasserwirtschaft e. V.
c/o WBBau - Wasser und Umwelt -, Callinstrasse 34, 30167 Hannover


Buchbesprechungen (Seite 1, 2, 3, 4, 5, 6)

vom: 1.1.1999 bis 31.12.2000

Der Inhalt des Buches befaßt sich im wesentlichen mit systemanalytischen Planungsmethoden in der Wasserwirtschaft. Deutlich wird dies durch das Inhaltsverzeichnis: 1. Einführung in wasserwirtschaftliche Planungen (Ziel und Umfang wasserwirtschaftlicher Planungen, Rahmen wasserwirtschaftlicher Projektbewertung), 2. Modelle zur Wasserbewirtschaftung (Modellkonzepte, Einsatzbereich einiger prozeßorientierter hydrologischer und hydraulischer Modelle, Flußgebietsmodelle, Risiko und Zuverlässigkeit von Wasserwirtschaftssystemen), 3. Ökonomische Grundlagen und Bewertungsmaßstäbe von wasserwirtschaftlichen Systemen (Untersuchungszeitraum, Nutzen- und Kostenarten, Nutzungsdauer und Abschätzung der laufenden Kosten, ÖkonomischeGrundlagen für die Ermittlung von Bewertungsmaßstäben und Nutzen-Kosten-Analysen, Zinssatz, interner Zinssatz und weitere Bewertungsgrößen, Kostenzuordnung bei Mehrzweckprojekten), 4. Grundlegende Bewertungsverfahren und Nutzen-Kosten-Analyse (Kostenvergleichsrechnungen, Nutzen-Kosten-Analyse, Beispiele von Bewertungen bei Zweckgebundenheit von Projekten), 5. Optimierung (Lineare und dynamische Optimierung, Optimierung und Methoden der Differentialrechnung, Lineare Optimierung, Dynamisches Programmieren) und 6. Mehrfachzielplanung (Einführung in die Verfahren, Mehrkriterien-Verfahren mit a-priori Präferenzangaben, Mehrkriterien-Verfahren mit a-posteriori Präferenzangaben, Interaktive MCDM-Verfahren, Beispiele zu den Mehrkriterien-Verfahren, Nutzwertanalyse).

K. Lecher, Hannover (26.12.2000)

 

Dies ist ein - im besten Sinne - typisches amerikanisches Lehrbuch. Es ist sehr übersichtlich gegliedert, die zahlreichen Abbildungen sind anschaulich und erläuternd. Mit Hilfe der vielen Tabellen und ausführlich abgeleiteten chemischen und mathematischen Formeln kann man alles nachvollziehen. Am Ende jedes Kapitels finden sich nicht nur die Literaturangaben, sondern auch noch detailliert ausgeführte Aufgaben, die sowohl einen Freilandbereich als auch einen Laborteil umfassen. Zu letzterem sind die benötigten Apparate, Chemikalien und Anderes mit aufgelistet. Da auch auf die Schwierigkeiten verwiesen wird, ist alles ist sehr benutzerfreundlich gestaltet. Bei der Darstellung der abiotischen Faktoren geht es bis zur einfachen Modellierung geschichteter und ungeschichteter Seen. Berücksichtigung finden u. a. Analysemethoden der Primärproduktion durch Phytoplankton, der Freßraten der Protisten und großen Zooplankter und Räuber-Beute-Interaktionen. Den sinnvollen Abschluß bilden Bakterienwachstum und die Dekomposition. Bei allen werden Referenzdaten angegeben, die sehr hilfreich sein können. Die letzten Kapitel beschäftigen sich mit Speziellem, wie experimentelle Manipulation, diurnale Wechsel in Seen und Fließgewässern sowie historischen Rekorden. In insgesamt 5 Anhängen werden chemische, statistische und physikalische Grundlagen wiederholt und es findet sich ein einfacher, aber guter Bestimmungsschlüssel für häufige Makroinvertebraten. Die Autoren werden ihrem selbstgesetzten Anspruch mehr als gerecht. Sie wollten (laut 3. Vorwort) in der äußerst komplexen, durch viele Facetten und multidiszplinäre Aspekte bereicherten Disziplin der Limnologie andere Lehrende und Lernende weniger frustrieren. Dies ist ihnen vollständig gelungen. Bei einigen Ausführungen muß eigentlich jeder Leser begeistert sein. Eine solch umfassende Analyse der verschiedenen Ökosysteme und der Antworten der Organismen ist m. W. sonst in keinem deutschen Lehrbuch zu finden.

S. Stahlberg-Meinhardt, Braunschweig (19.12.2000)

 

A. Nickel, Burgwedel (29.12.2000))

 

Dieses ausführliche Einführungsbuch wendet sich an Studenten der Umwelttechnik sowie an abfallwirtschaftlich interessierte Fachleute anderer Disziplinen. Die 3. Auflage berücksichtigt die veränderten Anforderungen an die Abfallwirtschaft in den letzten Jahren, die mit dem Kreislaufwirtschaftsgesetz (KrW-/AbfG) und aktuell geltenden Vorschriften einhergehen. Inhaltlich ist das Buch folgendermaßen aufgebaut: Einführung in die Abfallwirtschaft; der Abfall; Sammlung, Umschlag und Transport von Abfällen und Wertstoffen; Abfallbehandlung und –beseitigung; Recycling von Abfällen; Möglichkeiten der Abfallvermeidung; Altlasten; Kostenbetrachtung von Abfallbehandlungsanlagen; Integrierte Entsorgungskonzepte, zukünftige Entwicklungen.

A. Nickel, Burgwedel (29.12.2000)

 

Die von der Bundesanstalt für Gewässerkunde (BfGf) in Koblenz herausgegebene Schrift geht zurück auf das vom Umweltbundesamt geförderte Forschungsvorhaben "Entwicklung eines mathematischen Modells zur Untersuchung des Einflusses von Klima- und Landnutzungsänderungen auf den Hoch- und Niedrigwasserabfluß im Einzugsgebiet der Mosel sowie zur Echtzeitvorhersage unter Verwendung von Fernerkundungstechniken". Im Vorwort wird darauf hingewiesen, "daß Aktualität nicht allein Leitbild der vorliegenden Bibliographie sein kann. Dennoch bedarf sie zu gegebener Zeit einer Überarbeitung und Ergänzung. So liegt ihr zeitlicher Schwerpunkt teilweise noch in den 80er Jahren, und ganze Bereiche sind im Sinne der Themenstellung eher fragmentarisch erfaßt." Die vorliegende kommentierte Bibliographie ist in folgende Themenblöcke gegliedert: 1. Komponenten des Wasserkreislaufes (Abfluß, Niederschlag, Verdunstung), 2. Abfluß und Abflußbildung in bewaldeten Einzugsgebieten, 3. Abfluß und Abflußbildung in landwirtschaftlich genutzten Einzugsgebieten und 5. Abflußbildung und Hochwasser.

K. Lecher, Hannover (25.12.2000)

 

Der Hauptteil des Buches basiert auf Vorträgen der 10. Jahrestagung der Gesellschaft (1998) in Erfurt. Der Schwerpunkt liegt auf Pflanzenbeständen und Lebendbauweisen, die nachhaltigen Erosionsschutz auf Böschungen ermöglichen. Gegliedert ist der Text wie folgt: 1. Grundlagen des ingenieurbiologischen Erosionsschutzes, 2. Aktuelle Themen zur ingenieurbiologischen Böschungssicherung, 3. Ingenieurbiologische Böschungssicherungen in Thüringen, 4. Ingenieurbiologische Böschungssicherungen an der Neubaustrecke Würzburg – Hannover, 5. Aus der Praxis ingenieurbiologischer Böschungssicherungen und 6. Personalia (Gedenken an Dr. H. Lux). Neben Fragen nach dem richtigen Einsatz von Pflanzen und Pflanzenbeständen entsprechend ihren biotechnischen Eigenschaften (aber auch im Hinblick auf ihre Herkunft) ermöglichen zahlreiche neue Firmenprodukte (z. B. Geotextilien, Kleber, Bodenverbesserungsstoffe und Mulch) neue Verfahren und ersetzen und modifizieren alte. Dies wird insbesondere in den Praxisberichten deutlich. Die Beispiele der Erosionsschutzbegrünungen beim Neu- und Ausbau von Autobahnen in den Löß-, Keuper-, Muschelkalk- und Buntsandsteingebieten Thüringens zeigen klar, daß Böschungsstandorte standort- und klimabezogen betrachtet werden müssen und daher z. T. deutlich von den bestehenden Normen und Richtlinien abweichen. Die gelungenen und wegweisenden Beispiele der Neubaustrecke Würzburg – Hannover sind Ergebnis einer guten Zusammenarbeit von Geotechnikern, Bauingenieuren und Landschaftsplanern.

K. Lecher, Hannover (25.12.2000)

 

Der Autor, Referent für Umwelt, Pflanzen- und Tierernährung bei der Landwirtschaftskammer in Salzburg behandelt im Einleitungskapitel die Ursachen der Umweltprobleme in den Entwicklungs- und den Industrieländern. Er macht deutlich, daß "die Wurzeln der Umweltproblematik in erster Linie in der Überbevölkerung (insbesondere in den Entwicklungsländern), dem steigenden Primärenergieverbrauch in den Industrieländern und den damit linear wachsenden Bergen an ‚Abfällen‘ in einem Ausmaß, wie es unser Ökosystem auf Dauer nicht zu verkraften in der Lage ist, liegen". Weitere Kapitel befassen sich mit dem Boden (u. a. Bodenschutz und Bodenbelastungen, Schwermetalle, Organische Schadstoffe, Düngemittel, Bedeutung des Pflanzenschutzes), Luft (u. a. Beschreibung der Luftschadstoffe, Wirkung von Luftschadstoffen auf den Menschen, Treibhausklima), Wasser (z. B. Wasservorräte und Wasserverbrauch, Limnologische Grundlagen, Abwässer und Abwasserreinigung, Wasch- und Reinigungsmittel), Energie (u. a. Energiesysteme, Bioenergie), Abfall (u. a. Abfallverwertung, Behandlung von Abfällen), Ernährung und Umwelt (z. B. Nährstoffe und Nahrungsbestandteile, Nahrungsmittel und Qualität, Zivilisationskrankheiten, Laboruntersuchungen) und Lärm (u. a. Schallschutz und Lärmminderung). Die Stoffbehandlung ist in einigen Bereichen (z.B. beim Thema "Energie", mehr oder weniger zwangsläufig subjektiv geprägt. In anderen Bereichen ist der Text durch neuere Entwicklungen nicht mehr auf dem neuesten Stand (z. B. durch das Kreislaufwirtschaftsgesetz (KrW-/AbfG vom 27.9.1994, zuletzt geändert durch G. v. 12.9.1996, BGBl. I S. 1354 beim Abwasser; durch die Verwaltungsvorschrift wassergefährdende Stoffe - VwVwS vom 17.5.1999 (BAnz. vom 29.5.1999 Nr. 98a bei den Wassergefährdenden Stoffen). Bei thematisch aktuellen Publikationen ist dies wohl nicht zu vermeiden. Generell liefert das Buch viele Anregungen. Es macht, wie von Autor und Verlag beabsichtigt, die komplexe Vernetzung der einzelnen Umweltmedien transparenter.

K. Lecher, Hannover (26.12.2000)

 

Im Vorwort heißt es u. a.: < Ziel dieses ATV-DVWK-Fachwörterbuches ist es, die unterschiedlichen Quellen von genormten und nicht genormten Begriffen zusammenzuführen und den Fachleuten, die auf diesem Gebiet tätig sind, eine stets aktuelle "Datenbank" anzubieten. . . . Jeder Begriff ist mit einer fortlaufenden Nummer versehen. Auf diese Nummern verweisen die Zahlen in den alphabetisch geordneten Indices der jeweiligen Sprachen, die sich an den Hauptteil des Fachwörterbuches anschließen. Die am Ende eines Absatzes angegebenen Quellen (Normen) beziehen sich - soweit es sich um internationale Normen handelt - auf die Sprachen Deutsch, Englisch und Französisch. Die Übersetzungen der Begriffe in Portugiesisch, Polnisch, Spanisch, Tschechisch und Ungarisch sind nicht genormt.> Anzumerken ist, daß rd. 4000 Fachbegriffe, in erster Linie aus der Abwasser- und Abfalltechnik, aufgeführt sind, daß jedoch nicht jeder Begriff in alle o. a. Sprachen übersetzt wurde. Beispielsweise fehlen zumeist die jeweiligen spanischen Ausdrücke. Beachtenswert ist darüber hinaus, daß das ATV-DVWK-Fachwörterbuch auch neuere Begriffe enthält (z. B. "Kreislaufwirtschaftsgesetz"). Nicht zuletzt deshalb handelt es um ein sehr empfehlenswertes Nachschlagewerk.

K. Lecher, Hannover (29.11.2000)

 

Die Neuauflage vom Mai 2000 stellt eine gelungene Analyse des Umweltrechtes zum Zeitpunkt des Manuskriptabschlusses dar. Die Autoren haben die ungehemmt sprudelnden Aktivitäten der Gesetzgeber, Gerichte und Behörden in Deutschland und in der Europäischen Union auf ein festes Planum gebracht und auch vorsichtig abgeschätzt, mit welchem Trend zu rechnen ist. Da es kein Umwelt-Gesetzbuch gibt, haben die Verfasser die verschiedenen Rechtsquellen untersucht und eine Gesamtschau eingebracht. Sie schildern die gemeinsamen Züge, aber auch die nicht immer nur feinen Widersprüche und betrachten kritisch, wo die Grenzen zur Machbarkeit überschritten werden. Das Buch gewinnt dadurch besonders an Klarheit, daß es im ersten Teil den allgemeinen Rechtsraum, den Vollzug, die Instrumente des Umweltrechts mit Schwächen und Stärken der Rechts- und Verwaltungsrealität untersucht und die allgemeine Rechts- und Verwaltungspraxis klar beschreibt und dabei dem Weg des Lebens folgt, von der Planung über die Verwirklichung eines Vorhabens oder Tätigkeit bis zu den Folgen. Im besonderen Teil werden die einzelnen Rechtsgebiete klar gegliedert vorgestellt, und der Rahmen ist so weit gespannt, daß praktisch alle Gebiete des täglichen Lebens, wo sie die Umwelt berühren, erfaßt werden.

Die Pressemitteilung des Verlages stellt zu Recht fest: "Das Buch wendet sich sowohl an Studenten und Wissenschaftler als auch an Praktiker in Verwaltung, Gerichten, Anwaltschaft, Unternehmen und Umweltverbänden. Dem Anfänger erleichtert das Werk den Einstieg in die schwierige Materie des Umweltrechts und seine Problemlagen; dem Praktiker bietet es einen zuverlässigen und fundierten Überblick bei seiner täglichen Arbeit und dem Wissenschaftler vermittelt es Anstöße für die Fortentwicklung." Am Buch gefällt besonders, daß eine an sich trockene, spröde Materie flüssig geschrieben ist und sich dem Leser leicht erschließt. Beispiele, sämtlich gut gewählt, eröffnen den Blick für schwierige Zusammenhänge.

W. H. Gilbrich, Paris (11.12.2000)

 

Die 9. Ergänzungslieferung ergänzt das Kapitel zur ökologischen Bewertung von Gewässern. J. Böhmer, C. Rawer-Jost und B. Kappus/Stuttgart-Hohenheim (unter Mitwirkung von J. Blank, C. Bratrich, C. Hock und R. Siber) verfaßten den Beitrag "Biologische Grundlagen und Verfahren - Schwerpunkt Makrobenthos". In Fortführung der früheren Ergänzungslieferung enthält die vorliegende eine Zusammenstellung über die Bioindikation der Saprobität ín Fließgewässern. Der Beitrag von I. Schönfelder/Berlin zur "Indikation der Gewässerbeschaffenheit durch Diatomeen" zeigt auf, welche Aussagen zur Gewässerbeschaffenheit durch Bioindikatoren möglich sind, wenn die Untersuchungen daten- und nicht primär zweckorientiert angelegt werden.

In der 10. Ergänzungslieferung verfaßten H. Bungartz/Berlin u.a. den Beitrag "Zur Schwebstoffdynamik in einem eutrophen Flachlandfluss - eine Zustandsanalyse der Unteren Spree", D. Prochnow/Berlin u.a. "Modellierung der Schwebstoffdynamik in eutrophen Fließgewässern" und P. Kasprzak/Berlin u.a. "Biologlische Therapieverfahren (Biomani-pulation)" und schließlich wird der Rechtsteil ergänzt durch das die Änderungen des Wasserhaushaltsgesetzes (WHG) vom 3.5.2000 BGBl. I S. 632 und das "Landeswassergesetz - LWG Schleswig-Holstein in der Fassung vom 13.6.2000, GVOBl. Schl.-H. S. 490". Mit der Schwebstoffdynamik in der eutrophen Spree werden nicht nur die anorganischen Schwebstoffe, sondern auch die wichtigste biotische Komponente in den Schwebstoffen, das Phytoplankton, erfaßt. Die beiden Teilbeiträge kombinieren hydrodynamische und populationsdynamische Modelle und setzen Maßstäbe für ökologische Modellierungen in Fließgewässern. Der Beitrag zur Biomanipulation beschreibt Vorteile und Grenzen ihres Einsatzes und damit der praktischen Anwendung der Steuerung von Biozönosen im Freiwasser zur Bekämpfung von Eutrophierungserscheinungen.

K. Lecher, Hannover (19.11.2000)

 

Bei allen Projekten der IBA (Internationale Bauaustellung) wurden örtliche Regenwassersysteme eingerichtet, um Regenwasser auf den Bauplätzen zu versickern oder zumindest weitgehend verzögert abzuführen. Die Berichte der 22 Autoren (Akteure aus der Praxis der Projekte) der Disziplinen Wasserwirtschaft, Landschaftsarchitektur, Architektur, Städtebau, Rechtswissenschaft und Bodenkunde sind in zwei Bereiche gegliedert: 1) Die Akteure - Berichte aus Projekten, Strategien für die Zukunft (Die IBA und das Wasser - Projekte statt Pläne / Die regionale Ebene - Flußgebietsmanagement auch für das Regenwasser / Die lokale Ebene - Der neue Umgang mit Regenwasser in der Stadt Dortmund / Vom Modellprojekt zur Routine - Das Thema Regenwasser im Projektmanagement / Einwendungen zum anderen Umfang mit Regenwasser - Und wie man ihnen begegnet / Warum abkoppeln? - Für und Wider aus Sicht einer Wohnungsbaugesellschaft / Unmerklich beseitigt, selbstverständlich eingebunden, grandios inszeniert - Facetten der Akzeptanz von Regenwasser in der Emscher-Region / Die Gestaltungskraft des Regenwassers in Landschaft und Städtebau - Ästhetik als Botschafterin / Kreative Lösungen für schwierige Standorte - Regenwasserabkopplung geht immer und überall / Regenwasser auf Industriebrachen - Die Altlastenproblematik / Die aktuellen rechtlichen Rahmenbedingungen für die ortsnahe Niederschlagswasserbeseitigung - Hilfe oder Hemmnis für einen neuen Umgang mit Regenwasser / Aus Erfahrungen lernen - Was man zu Planung und Ausführung wissen muß / Die finanzielle Seite - Kosten und Finanzierung / Bemessungssicherheit und Schadstoffrückhalt bei der Versickerung von Regenwasser - Ein wissenschaftlicher Beitrag / Leistungsfähigkeit und Beeinträchtigung von Mulden-Rigolen-Systemen - Ein wissenschaftlicher Beitrag) und 2) Die Beispiele - Technische Lösungen und gestalterische Wege (Wohnsiedlungen / Gewerbe / Integrierte Projekte) - ein sehr empfehlenswertes Buch.

K. Lecher, Hannover (19.11.2000)

 

K. Lecher, Hannover (19.11.2000)

 

Vor einem halben Jahrhundert begann man die Empirie durch statistische Methoden der Vorhersage von Größe und Häufigkeit von Elementarereignissen zu ersetzen; die Stichprobenmathematik sollte helfen, fehlende Daten zu ersetzen. Seit einem Jahrzehnt setzt sich nun das Wissen über systemare Vorgänge und die Dynamik von Einzelereignissen durch, man wendet dieses bei der Beurteilung von Naturgefahren und als Grundlage für Risikomodelle oder die Abgrenzung von Konflikträumen an. In ähnlicher Weise wurde die Dynamik des strukturellen und gesellschaftlichen Wandels in alpinen Landschaften etwa bezüglich Verletzlichkeit und Risikoakzeptanz erforscht.

Die nunmehr vorliegenden 104 schriftlichen Beiträge der Tagung widerspiegeln diese Entwicklung, den heutigen Erkenntnisstand und seine Anwendung in fünf Themenkreisen: Naturgefahren (Hochwasser, Gletscherseen, Rutschungen, Steinschlag, Lawinen); Wald, Vegetation, Bodenerosion; Wildbachverbauung, Gefahrenzonen; Schutzwasserwirtschaft. Berichtet wird vor allem aus dem Alpenraum, jedoch auch aus anderen Klimaten und Erdteilen. Die Begriffe Nachhaltigkeit, Ökologie oder Paradigmenwechsel werden kaum bemüht, ihre Inhalte aber berücksichtigt.

In den Beiträgen, welche neueste, auch internationale Literatur zitieren, kommt eine junge Generation forschender, planender und ausführender Fachleute zu Wort. Es werden die neuesten Verfahren dynamischer Modellierung und Verlaufs-Simulation und verfeinerte technische Lösungen (Lawinenabgänge, aufgelöste Wildbachsperren gegen Talzuschub) vorgestellt und diskutiert. Elf der Beiträge betreffen die Kartierung und Beurteilung von Naturgefahren, die Risikobeurteilung und die daraus abzuleitenden Kriterien für die Ausweisung von Gefahrenzonen samt rechtlichen Grundlagen und Folgen.

Man darf von einer grundlegenden, breit gefächerten Dokumentation über ein multidisziplinär verwobenes Aufgabengebiet sprechen, das höchstes öffentliches Interesse verdient. Sie wird nicht nur den engeren Fachkreisen nützlich sein, sondern sollte auch Planern, Wirtschaftskreisen und Politikern Denkanstöße versetzen.

Den beiden Schriftleitern, G. Fiebiger, Salzburg und F. Zollinger, Zürich, ist mit der thematschen Auswahl und der erzielten Klarheit der Darstellung in Wort und Bild ein sehr guter Wurf gelungen, zu dem auch die erprobte Druckerei Kreiner in Villach, Kärnten, viel beigetragen hat.

H. Grubinger, Zürich (13.11.2000)

 

Abbaustellen von Fest- und Lockergesteinen werden immer noch häufig als Wunden und unnatürliche Löcher in der Landschaft angesehen. Untersuchungen an ehemaligen und bestehenden Abbaustellen zeigen aber ihre große Bedeutung für den Natur- und Artenschutz, die durch gezielte Wiederherrichtung und Renaturierung noch erheblich unterstützt werden kann. Das vorliegende Buch enthält vielfältige und umfassende Informationen zu Lebensräumen in und im Umfeld von Abbaustellen, Standortspektren, Artenspektrum und Besiedlung sowie Möglichkeiten und Maßnahmen zur zielgerichteten Entwicklung und Gestaltung. Konflikte in der Planungs- und Genehmigungsphase werden beschrieben und Beispiele neuer Wege bei der Abbauplanung aufgezeigt. Aus der vielfältigen Erfahrung der Planungspraxis und Wissenschaft werden Sachargumente für die Renaturierung, Entwicklung und Gestaltung von Abbaustellen wie Steinbrüche, Kies-, Sand-, Lehm- und Tongruben als Lebensräume von Flora und Fauna dargestellt. Dieses Buch stellt damit eine wichtige Informationsquelle dar, die allen mit der planerischen Vorbereitung und Umsetzung von Gesteins- und Bodenabbaumaßnahmen befassten Fachbehörden des Naturschutzes, der Wasserwirtschaft und des Bergbaus sowie Planungsbüros und Abbauunternehmen uneingeschränkt zu empfehlen ist.

G. Lange, Oyten (31.10.2000)

 

Im Vordergrund des Textes steht, gängige GIS-Technologien zu bescheiben. Dabei werden weniger technische Details vermittelt als vielmehr die Hintergründe aufgezeigt, die bei der Umsetzung von realen Problemen zu beachten sind. Folgende Schwerpunkte werden behandelt: Einführung, Weltbilder, Geometrie, Rastermodelle, Geländemodelle, Thematik, Tuning, Raumkonzepte, Geodatenbanken, Interoperabilität. Neben einer allgemeinen Einführung in die Begriffswelt und die Ziele der Geoinformatik werden Modellkonzeptionen (Modelltypen) und die technische Umsetzung (Implementierung) erläutert. Der inhaltliche Aufbau des Buches soll den Leser in die Lage versetzen, die Qulität von GIS-Konzepten bzw. -produkten ein- bzw. abschätzen zu können.

A. Nickel, Burgwedel (14.9.2000)

 

Grundlage des Buches ist eine Habilitationsschrift (Universität Lüneburg). Die vorliegende Fassung berücksichtigt die Rechtsnormen bis Mitte September 1998. Das novellierten Raumordnungsgesetz (ROG), das Baugesetzbuch (BauGB), das Pflanzenschutzgesetz (PflSchG) und das Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG) machten eine partielle Neubearbeitung erforderlich. Der Autor analysiert das in den letzten dreieinhalb Jahrzehnten zu einem unüberschaubaren Konglomerat angewachsene öffentlich-rechtliche Umweltschutzregelwerk auf seine grundwasserschützende Eignung. Der Text ist in vier Teile gegliedert: 1. Einführung in die Thematik, 2. EU- und verfassungsrechtliche Verankerung des Grundwasserschutzes, 3. Das Grundwasserschutzinstrumentarium im subkonstitutionellen nationalen Recht (Ermittlung des den Grundwasserschutz intendierenden Rechtes, Grundwasserschutz durch direkt verhaltenssteuernde Instrumente, Grundwasserschutz durch indirekt verhaltenssteuernde Instrumente, Grundwasserschutz mittels staatlicher Eigenvornahme, Grundwasserschutz durch Planung), 4. Gesamtwürdigung. Das Buch beeindruckt durch die Informationsfülle. Um es voll nutzen zu können, ist zweifellos etwas juristische Vorbildung erforderlich. Besonders erwähnenswert sind im ürigen die 67 Seiten der "Gesamtwürdigung" mit der Bewertung und Optimierung des rechtlichen Grundwasserschutzes.

K. Lecher, Hannover (6.8.2000)

 

Das Buch gibt in allgemein verständlicher Form die Aspekte wieder, die nach Meinung des Autors bei der Betreuung von Abwasserkanälen zu berücksichtigen sind. Inhaltlich ist es wie folgt aufgebaut: Einleitend wird auf die Verantwortlichkeit von Betreibern und die Bedeutung einer funktionierenden Infrastruktur hingewiesen. Die folgenden Kapitel erläutern unterschiedliche Möglichkeiten, um Abflüsse oder Wasserstände in Kanalnetzen meßtechnisch zu erfassen. Auf hydraulische Kontrollpunkte (z.B. Wehre) sowie die Bedeutung klimatischer Größen (Niederschlag, Temperatur) wird hingewiesen - allerdings werden keine theoretischen Grundlagen vermittelt. Weitere Schwerpunkte behandeln die Installation und Funktion von Monitoring-Systemen, das Auswerten und Nutzen von (Meß-)Daten sowie das Einbinden von Alarmsystemen. Ausführungen zur Finanzierung und Rechtfertigung von Managementsystemen bilden den Schluß.

A. Nickel, Burgwedel (17.7.2000)

 

Die Problemstellung wird treffenderweise wie folgt umschrieben: "Der beste Überschwemmungsschutz besteht darin, der Hochwassergefahr auszuweichen. Hierzu können entsprechende Flächennutzungspläne ebenso beitragen wie die Verweigerung von Baugenehmigungen in gefährdeten Gebieten. Wo ein Ausweichen nicht möglich oder nicht erwünscht ist, bleibt zu klären, zu welchen Teilen das Risiko vom Einzelnen, von den betroffenen Gemeinden oder von der Allgemeinheit zu tragen ist." Die einzelnen Referate betreffen die natur- und ingenieurwissenschaftlichen Grundlagen (Köngeter, Aachen), administrative Strategien (Holtmeier, Kolf, Düsseldorf), rechtliche Instrumente auf dem Gebiet des Wasserrechts (Breuer, Bonn), des Baurechts (Lüers, Bonn), des Fachplanungsrechts (Wahl, Freiburg) und des Ersatzleistungsrechts (Krohn, Karlsbad) sowie – rechtsvergleichend – des Versicherungsrechts (Gardette, Köln/Paris). Der Diskussionsteil schließlich wurde von Fröhlich, Bonn, bearbeitet.

K. Lecher, Hannover (2.7.2000)

 

Der Autor bringt seine Erfahrungen in Bauindustrie und Wasserwirtschaftsverwaltung in das Buch ein. Er behandelt die Teilgebiete Binnenwasserstraßen, Wasserkraftanlagen, Hochwasser- und Küstenschutz, Siedlungswasserwirtschaft sowie Gewässerschutz. In der Vergangenheit wichtige Aspekte von Wasserbau und Wasserwirtschaft fehlen allerdings, u.a. Be-/Entwässerung (sh. DVWK (Hrsg.), 1994: Historische Wasserwirtschaft. Wittwer Verlag, Stuttgart), Wildbachverbauung. Die einzelnen Abschnitte des Buches sind weitgehend chronologisch und nicht thematisch geordnet: Römer berichten am Anfang der Frühzeit über die Nordseeküste / Römische Wasserleitungen im Rheinland und an der Mosel / Schiffahrt auf der Mosel zur Römerzeit / Die Fossa Carolina – eine Idee, die erst tausend Jahre später verwirklicht wird / Sturmfluten, Deiche und Siele an der Nordseeküste im Mittelalter / . . . / Flußkraftwerk Rheinfelden und die Wasserkraftnutzung am Hochrhein / Wasserversorgung von der Jahrhundertwende bis zum 2. Weltkrieg / Abwasserreinigung von ihren Anfängen bis zum 2. Weltkrieg – die Bedeutung Karl Imhoffs / . . . / Küstenschutz Nordsee: Was muß noch getan werden? / Konflikt Küstenschutz – Naturschutz / Ertüchtigung alter Talsperren / Verkehrsprojekt Deutsche Einheit Nr. 17. Bemerkenswert sind u.a. auch die beiden Anhänge „Bedeutende Talsperren„ und „Bedeutende Wasserkraftanlagen„. Das Literaturverzeichnis ist unterteilt in: Bücher, alphabetisch sowie jeweils chronologisch (nach Erscheinen) Wasserstraßen und Häfen, Talsperren, Wasserkraftanlagen, Hochwasser und Hochwasserschutz, Küstenschutz, Wasserversorgung sowie Abwasserwesen und Gewässerschutz. Die chronologische Gliederung macht die entsprechenden Teile des Literaturverzeichnisses allerdings unübersichtlich. Insgesamt gibt „der Meurer„ einen sehr guten Überblick über die Entwicklung des Wasserbaus auf dem Gebiet des heutigen Deutschlands von der Römerzeit bis in die Gegenwart.

K. Lecher, Hannover (12.6.2000)

 

Die in diesem Buch vorliegenden 20 Beiträge entstanden auf der Grundlage von Vorträgen und Diskussionen. Sie sollen den aktuellen Stand der Diskussion über Probleme der Naturschutzplanung vermitteln. Deutlich zu unterscheiden ist zwischen ´Leitbild´ als Summe der Zielvorstellungen und der eigentlichen ´Leitbildmethode´ als spezielles Planungsinstrument. Auch die unterschiedlichen Bedeutungen von ´Bewertungen´ als Schnittstelle zwischen verschiedenen Elementen der guten naturschutzfachlichen Praxis werden klargestellt. Solche und weitere, verwandte Probleme werden zielsicher von den verschiedenen Autoren angesprochen und erläutert. Gefordert werden Diskursivität auf allen Ebenen der Planung (Leitbildentwicklung, Bewertungen, Variantenprüfung) und die Szenariotechnik als Hilfsmittel der Entscheidungsfindung. Zielsysteme sollten zur Transparenz der Bewertungen, der logischen Herleitung der Ziele und zur Rückkopplung zu höheren und nachgeordneten Ebenen verhelfen. Neben 6 theoretischen Beiträgen stehen 5 Analysen von Bewertungsverfahren mit Schwerpunkt Wertbildung und 7 mit Schwerpunkt Bewertungsmechanik. Die zwei Beiträge der monetären Bewertungsverfahren aus ökonomischer Sicht zeigen sehr gut die Schwierigkeit der Nutzen/Kostenermittlung für Güter auf, die nicht auf einem freien Markt gehandelt werden (sprich: Natur und ihre Nutzung). Die Sprache der einzelnen Beiträge ist nicht immer frei von gewundenen Umschreibungen und auch die Abbildungen helfen manchmal nicht weiter. Auch manche Tabellen sind eher als unübersichtlich und überladen zu bezeichnen. Andererseits ist jeder Beitrag mit einer angemessenen Zusammenfassung zur schnellen Orientierung versehen und die deutschsprachige Literatur, auch die problematische „graue“ Literatur wird gewürdigt. Dieses Buch ist insgesamt interessant und vermittelt kompetent den aktuellen Stand der Diskussionen.

S. Stahlberg-Meinhardt, Braunschweig (17.5.2000)

 

Das in englischer Sprache herausgegebene Buch (Autor ist Prof. an der "University of Arizona") behandelt die Grundlagen der Bodenmechanik und erdstatischer Berechnungen und wendet sich an Studenten unterer Semester. Folgende Inhalte werden behandelt: Physikalische Eigenschaften von Böden / Bodenuntersuchungen / Drücke, Spannungen und Verformungen von Böden / Belastungen und Setzungen von Baugrund / Stabilitätsuntersuchungen. Die einzelnen Kapitel (Lerneinheiten) enthalten neben den theoretischen Erläuterungen zahlreiche Beispiele. Das Wissen wird durch übergreifende Zusammenfassungen und verschiedene Tests zur Selbstkontrolle vertieft; die beiliegende CD-ROM enthält ergänzende und weiterführende Informationen. Das Verwenden einer durchgängig verständlichen Formulierung (colloquial English) ermöglicht einen einfachen Einstieg in das Studium englischsprachiger Literatur.

A. Nickel, Burgwedel (25.4.2000)

 

Grundlage ist eine von EU und Land Niedersachsen geförderte Studie unter Leitung des Herausgebers (Umweltconsulting-Firma in Hannover). Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung des von 14 Autoren verfaßten Buches lag allerdings erst ein Entwurf der im Untertitel erwähnten EG-Richtlinie vor. Die einzelnen Kapitelüberschriften lauten: Die Anforderungen der EU-Wasserrahmenrichtlinie an den Gewässerschutz / Ökonomische Effektivitätskontrolle von Gewässerschutzmaßnahmen in der Europäischen Gemeinschaft / Verursacherbezogene Nährstoffbilanzen für die Lahn: ein Methodenvergleich unterschiedlicher Berechnungsansätze / Die Immissionsanalyse gewässerkundlicher Monitoringdaten mit dem Simulationsmodell Transpos: Frachtberechnung, Frachtnormierung und Trendanalyse. Das Buch liefert einen wertvollen Beitrag in der seit einiger Zeit laufenden Diskussion zur Umsetzung der geplanten EG-Richtlinie. Darüber hinaus werden Möglichkeiten und Grenzen des Gewässerschutzes am Beispiel der Bewirtschaftung des Nährstoffhaushalts von Flußeinzugsgebieten aufgezeigt.

K. Lecher, Hannover (16.4.2000)

 

Die Vorträge der Jahrestagung 1985 in Regensburg wurden durch einen baumstatischen Beitrag ergänzt; einige Autoren erweiterten ihren Beitrag mit neueren Erkenntnissen. Die einzelnen Referate sind in folgende Themenschwerpunkte zusammengefaßt: Einführung in das Thema, Historische Beispiele, Zur Standsicherheit, Zur Vegetationsdecke aus Gräsern und Kräutern, Zur Fauna, Zur Problematik von Bäumen und Sträuchern, Unterhaltung, Exkursionsführer zur Jahrestagung der Gesellschaft, Aktueller Stand der Richtlinien und Literaturrecherche, Personalia. Besonderes Gewicht hat die Problematik "Gehölz und Standsicherheit". Die Position der Herausgeber: "Gehölze stabilisieren die Deichböschung, wirken Erosionen entgegen, schützen vor mechanischen Angriffen, verhindern die Grabetätigkeit von Wühltieren und erhöhen somit die Standsicherheit des Flußdeiches. In definierten Fällen wären dann Gehölze auf Flußdeichen zu befürworten" sollte, abgesehen vom letzten Satz, nicht verallgemeinert werden. Im Rahmen der "definierten Fälle" muß das durch den jeweiligen Deich zu schützende Gebiet (Gefährdungspotential, Risiko u. a.) unbedingt mit berücksichtigt werden. Dieser Aspekt ist aber nicht angesprochen. Im Abschnitt "Personalia" würdigt M. Schiechtl Person und Wirken des tiroler Wildbachverbauers W. von Hassenteufel, der im Mai 1998 100 Jahre alt geworden wäre.

K. Lecher, Hannover (16.4.2000)

 

Unter Wasserbau ist im vorliegenden Fall "Gewässerausbau und wasserbaulicher Hochwasserschutz sowie Wasserkraftanlagen", unter Ökologie vor allem "Limnologie" zu verstehen. Als Kapitelüberschriften wählte der Autor (EAWAG, Zürich): (1) Hydrologie, Hydromechanik, Morphologie und Wassertemperatur, (2) Biologie der Fließgewässer, (3) Die ökologisch maßgebenden Faktoren, (4) Ökologische Anforderungen an Gewässerverbauungen und Hochwassermanagement, (5) Ökologische Anforderungen an die Wasserkraftnutzung und (6) Gewässerbewertung und Gewässerentwicklung. In (4) ist insbesondere auf die Abschnitte "Ufergestaltung und Ufergehölze", "Ermittlung und Wiederherstellung der Strukturvielfalt", "Wiederbelebung von Auen" sowie "Dezentraler, inegrierter und ökologisch orientierter Hochwasserschutz" hinzuweisen. Bei der Wasserkraftnutzung (5) seien als Stichwörter genannt: Störung des Längskontinuums, Mindestabfluß ("Restwasser"), Schwellbetrieb, Spülung von Stauräumen und Entsandern. Für Wasserbauer wichtig sind vor allem die Aspekte der ökologischen Problematik wasserbaulicher Maßnahmen und der Möglichkeiten negative Folgen zu mindern; für Biologen dürfte das Buch nicht zuletzt als Einführung in "Gewässerregelung" und "Wasserkraftnutzung" interessant sein. Das Literaturverzeichnis ist (mit 36 Seiten) sehr umfangreich – eher zu viel als zu wenig. Sehr nützlich ist zweifellos das 15 Seiten lange Glossar.

K. Lecher, Hannover (8.4.2000)

 

Der Autor (TU Dresden) will mit der "Wasserbau-Praxis" in zwei Bänden einen Einstieg in die Materie geben. Beim eigentlichen Wasserbau, d.h. Flußbau, Stauanlagen oder Wasserkraftanlagen ist dies zweifellos gelungen. Wünsche bleiben offen vor allem hinsichtlich der Hydrologie beim Abschnitt "Gewässerkundliche Ausgangsdaten" und der Grundwasserströmung beim "Flußbau" (Durchsickerung von Deichen). Band 2 soll Binnenwasserstraßen, Seewasserstraßen und Seehäfen, Seebau und Küstenschutz gewidmet sein. Die "Philosophie des Buches" wird durch folgendes Zitat aus dem Kapitel "Flußbau" deutlich: "Baumaßnahmen an Fließgewässern bedürfen umfangreicher Voruntersuchungen. In diesem Kapitel wurden Möglichkeiten und Lösungen vorgestellt, am und im Fließgewässer zu bauen, weniger die Auswirkungen auf das Gewässer und seine Umgebung. Zu dieser Thematik gibt es gegenwärtig spezielle Literatur, z.B. .... Anderseits sollte es nicht das Anliegen dieses Buches sein, einen naturnahen Wasserbau neben einen herkömmlichen zu stellen. Vielmehr muß immer wieder betont werden, daß Wasserbau nur dann erfolgreich sein kann, wenn die Natur nicht oder nur gering negativ verändert wird. Im Flußbau kommt das besonders zum Ausdruck."

K. Lecher, Hannover (19.3.2000)

 

Raumordnung und Landschaftsplanung stehen einer Vielzahl von Nutzungsansprüchen gegenüber, die sich u. a. aus der landwirtschaftlichen Nutzung der Flächen, Freizeit, gewinnbaren Rohstoffen und Anforderungen des Landschafts- und Naturschutzes ergeben. Zur Verfügung stehende Flächen und Rohstoffe müssen so verwaltet werden, daß sie auch künftig sicher genutzt werden können. Vor allem die Regionalplanung ist im Hinblick auf die immer knapper werdenden Ressourcen zunehmend gefordert, Lösungen für die anstehenden Probleme zu finden. Der vorliegende Band enthält insgesamt 12 Beiträge zum relativ neuen Thema Ressourcen -Umwelt-Management. Es werden verschiedene Aspekte des Managements von Wasser, Boden und Sedimenten in erster Linie aus geowissenschaftlicher Sicht diskutiert. Unerläßliches Instrument für das Management sind digitale Kartenwerke. Der Band wird allen einschlägigen Forschungsinstitutionen, regionalen und kommunalen Planungsinstitutionen sowie Fachplanern in Ingenieurbüros als Arbeits- und Planungshilfe auch bei Umweltverträglichkeitsuntersuchungen empfohlen.

G. Lange, Oyten (20.3.2000)

 

In 59 Abschnitten wird ein vergleichender Überblick über den Stand der Forschung im deutschsprachigem Raum sowie der Forschungs- und Entwicklungslinien gegeben. Die Ökotoxikologie hat eine Vielfalt von Methoden hervorgebracht, die langfristig dazu führen sollten, unerwünschte Umwelteffekte zu vermeiden. Über die klassische Toxikologie hinweg, die anhand ausgewählter einzelner Tier- und Pflanzenarten Stoffe beurteilt, verfolgt die Ökotoxikologie einen umfassenderen Ansatz mit der Übertragung der Effekte vom Individuum auf höhere Komplexitätsstufen bis hin zum Ökosystem. Dies beinhaltet generelle Probleme. Im ersten Teilbereich ´Ökotoxikologie im Spannungsfeld von Ökologie und Toxikologie´ wird auf 80 Seiten von 5 Autoren Grundsätzliches abgehandelt. Im zweiten Teilbereich ´Perspektiven in der Methodenentwicklung´ werden diese auf 337 Seiten für Boden/Sedimente und Wasser jeweils in Details übersichtlich dargestellt. Enthalten sind auch Biomonitoring Beispiele von der Diversität der Mikroflora über Arthropoden und Benthosorganismen bis hin zu Fischen und ihren Parasiten oder sog. Biomarkern. Im dritten Bereich werden auf 344 Seiten für Boden/Sedimente und Wasser sowie für Chemikalien mit hormonähnlicher Wirkung ´Bewertungsstrategien und Risikoanalysen´ vorgestellt. Bei der Ableitung von Qualitätskriterien sind neben Summenparametern auch die Bioverfügbarkeit zu beachten. Die letzten 12 Seiten gelten der Ökotoxikologie und der Verfahrenstechnik.

Alle Beiträge sind übersichtlich gegliedert, mit ansprechender Graphik und reichlich Literaturzitaten versehen. Allen Beteiligten, die mit Fragen zur Risikobewertung von Chemikalien oder Qualitätszielen im Umweltbereich beschäftigt sind, sei dieses Buch empfohlen. Hoffentlich findet es auch in der akademischen Lehre Einlaß.

S. Stahlberg-Meinhardt, Braunschweig (6.3.2000)

 

Dieser Band der UNESCO Serie beinhaltet den Abschlußbericht einer Arbeits-gruppe im Internationalen Hydrologischen Programm IHP-IV Projekt H.2.1. Er gibt einen Überblick über die laufenden Aktivitäten der Klimawirkungsforschung zu den möglichen Auswirkungen auf den hydrologischen Kreislauf, basierend auf den Ergebnissen verschiedener Scenarien der globalen Zirkulationsmodelle. In den einzelnen Kapiteln werden die potentiellen Wirkungen von Klimaänderungen auf das hydrologische Regime der einzelnen Kontinente betrachtet: 1. Einführung (van Dam, Delft/NL), 2. Klimaänderung, Hydrologie und Wasserwirtschaft: die Arbeit des Intergovermental Panel on Climate Change (Shiklomanov, St. Petersburg), 3. Auswirkungen von Klimaänderungen auf die Hydrologie in Südamerika (Braga, Sâo Paulo, Molion, Maceió, Brasilien), 4. Nordamerika (Leavesley, Denver), 5. Europa (Arnell, Southampton), 6. Afrika (Sircoulon, Paris, Lebel, Grenoble, Arnell, Southampton), 7. Asien und Australien (Shiklomanov, St. Petersburg), 8. Überblick über die Modelle für die Evaluierung der Klimawirkungen (Leavesley, Denver) und 9. Schlussfolgerungen (Bonell, Paris, van Dam, Delft, Jones, Denver). Das Buch gibt einen guten Überblick zu diesem aktuellen Thema und dürfte sowohl für Umweltplaner und –politiker als auch für Wissenschaftler und Studenten der angesprochenen Fachgebiete von Interesse sein.

M. Billib, Hannover (02.03.00)

 

Die 7. Ergänzungslieferung enthält den Beitrag B. Steenken/Oldenburg "Grundwasserfauna" sowie im Rahmen der "Rechtlichen Fragen" das Wassergesetz für das Land Rheinland-Pfalz in der Neufassung vom 14.12.1990, GVBl. 1991, S. 11, zuletzt geändert am 5.4.1995 GVBl. S. 69 und das Gesetz zum Schutz vor gefährlichen Stoffen (Chemikaliengesetz - ChemG) in der Neufassung vom 25.7.1994 BGBl. I 1994 S. 1703, zuletzt geändert am 14.5.1998 BGBl. I 1998, S. 950. Frau Steenken liefert mit ihrer "Grundwasserfauna" einen durch Grafiken und Tabellen sehr gut gelungenen Einstieg in die Grundwasserbiozönosen mit ihren zahlreichen abiotischen und biotischen Interaktionen. Die 8. Ergänzungslieferung umfaßt drei Teile a) Frühwarnsysteme für deutsche Flüsse am Beispiel von Elbe und Rhein (R.-D. Wilken/Wiesbaden, T. Knepper, K. Haberer), b) Ökologische Fließgewässerbewertung (J. Böhmer, C. Rawer-Jost und B. Kappus, unter Mitwirkung von J. Blank, C. Bratrich, C. Hock und R. Siber) und c) die Allgemeine Verwaltungsvorschrift zum Wasserhaushaltsgesetz über die Einstufung wassergefährdender Stoffe in Wassergefährdungsklassen (Verwaltungsvorschrift wassergefährdender Stoffe - VwVws) vom 17.5.1999 BAnz. 1999 Nr. 98a S. 3. Wie in eine Datenerhebung sowohl die regulären Einleitungen als auch solche bei Störfällen einfließen, wird von Wilken und Mitautoren erläutert. Diese Frühwarnsysteme belegen deutlich, daß es zu der ganzheitlichen Betrachtungsweise von Gewässereinzugsgebieten, auch entsprechend der EG-Wasserrahmenrichtlinie, keine Alternative gibt. In den Entwürfen der EU wird die ökologische Qualität auch in erster Linie über die Naturnähe der Biozönose definiert. Die Hauptvorteile der biologischen Bewertung/Bioindikation gegenüber den direkten Messungen von Umweltfaktoren bestehen im höheren Integrationsgrad sowie im Aufzeigen von Wirkungen, wodurch mit weniger Meßaufwand aussagekräftigere Ergebnisse erzielt werden.

K. Lecher, Hannover (13.2.2000)

 

Die 45 Autoren der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe sowie des Nds. Landesamtes für Bodenforschung in Hannover zeigen in ihren Beiträgen, wie die staatlichen Geologischen Dienste die nachhaltige Entwicklung unterstützen können. Die einzelnen Abschnitte sind folgenden Themen gewidmet: Nachhaltigkeit (u.a. Eine Überlebensstrategie für die Menschheit, Zukunftsaufgaben für die Geowissenschaften); Geologische Dienste (z.B. Die Wurzeln der geologischen Karten .., Wieviel darf die Zukunft kosten?); Das Klimasystem der Erde (u.a. Klima als Lebensgrundlage der Menschheit, Rekonstruktion des Klimas); Wasser (u.a. Wasser im globalen Maßstab, Die Bewirtschaftung der Wassermengen); Boden (u.a. Böden sind (fast) überall, Bodennutzung und Bodendegradation, Realisierung nachhaltiger Bodennutzung); Rohstoffe (z.B. Gibt es in Zukunft Rohstoffprobleme?, Rohstoffsicherung); Lagerung von Abfällen (u.a. Die Rolle der Deponien bei der Entsorgung, Gibt es einen geologisch optimalen Standort?); Georisiken (z.B. Das Gefährdungspotential natürlicher Vorgänge, Hangrutschungen und Untergrundstabilität); Seismische Überwachung (z.B. Erdbebenvorhersage - das ultimative Ziel, Neue Impulse für die seismologische Forschung) und Eine Erde für alle (z.B. Grundlagen für die Entwicklungspolitik, Geowissenschaften und Technische Zusammenarbeit). Besonders hinzuweisen ist auf das Glossar und das Abkürzungsverzeichnis sowie die graphisch hervorragende Herstellung.

K. Lecher, Hannover (6.2.2000)

 

O. Pursche, Hannover  (14.1.00)