Gesellschaft für Weiterbildung in der Wasserwirtschaft e. V.
c/o WBBau - Wasser und Umwelt -, Callinstrasse 34, 30167 Hannover


Buchbesprechungen (Seite 1, 2, 3, 4, 5, 6)

vom 1.1.2003 bis 31.12.2005

            Die 22. Ergänzungslieferung enthält drei Beiträge, von der allgemeinen Limnologie bis zu aktuellen Fallstudien. Mit der "Schichtung von Seen", sowohl durch Temperatur als auch durch sonstige Dichtegradienten hervorgerufen, befasst sich der erste Beitrag (Boehrer und Schultze, Magdeburg). Der Beitrag verbindet Schichtungsphänomene mit biogeochemischen Vorgängen, wie Photosynthese, Calcitfällung und -auflösung, Eisenoxidpräzipitation und -auflösung usw. Koschorrek (Magdeburg) behandelt im zweiten Beitrag die "biogeochemischen Prozesse an der Grenzschicht Sediment/Freiwasser". Der letzte Beitrag hat den Titel "Schadstoffbelastung und Auennutzung nach dem Elbehochwasser 2002 in Sachsen - eine Synopse" (Grünewald, Weber und Schröder, Dresden). Die Probleme liegen bei unterschiedlichsten Schadstoffen, u.a. auch bei Dioxinen, bei denen ein Transfer bis in die Nahrungskette festgestellt werden konnte.

Der erste Beitrag der 23. Ergänzungslieferung "Mensch und Gewässer" (Dorka, Freudenstadt, Konold, Freiburg, Schott, Freiburg und Kapfer, Tübingen) hat keinen wissenschaftlichen Charakter im engeren Sinne, da er ursprünglich für ein breiteres Publikum geschrieben wurde. Mit dem Beitrag "Ökotoxikologische Bewertung großer Fließgewässer mit Nematoden und Gastropoden - vom Biotext zum Freiland" (Durft und Oehlmann, Frankfurt/M.) wird ein einfaches, gut nachvollziehbares Bewertungskonzept für entsprechende Biotests vorgestellt.   

                                         K. Lecher, Hannover (21.9.2005)

Die 2003 erschienene 1. Lieferung des Hydrologischen Atlas Österreichs erhielt mit der 2. Lieferung (16 neue Kartentafeln und 25 Erläuterungsblätter in deutsch und englisch sowie aktualisierte Version der CD-ROM) eine wertvolle Ergänzung. Mit ein Schwerpunkt der 2. Lieferung sind die Karten der Wasserbilanz auf der Basis eines räumlich verteilten Wasserbilanzmodells. Daraus wurden die Karten des mittleren jährlichen Gebietsniederschlages, der aktuellen Gebietsverdunstung, der Abflusshöhe und der klimatischen Wasserbilanz entwickelt. Darüber hinaus enthält sie folgende Karten: Bodenübersicht, Niederschlagsvariabilität, Wassertemperatur, flusstypisch erhaltene Fließgewässerstrecken, naturräumliche Charakteristik der Fließgewässer, Niedrigwasser, Mineral- und Thermalwässer, Hydrochemie, Wasserkraftanlagen sowie Schnee- und Gletschermessstellen. Mit der mitgelieferten Software können nicht nur vorbereitete Informationen abgefragt, sondern auch einzugsgebietsbezogene Auswertungen interaktiv durchgeführt werden. In den kommenden zwei Jahren sind die noch ausstehenden Karten fertig zu stellen (3. Lieferung). U. a. betreffen sie die Gletscheränderungen, saisonale Wasserbilanzen, regionalisierte Niedrigwasserspenden, geogene Hintergrundwerte von Grundwassergüte, Bodenabtragsrisiko sowie Trends von hydrologischen/hydrometeorologischen Parametern.

K. Lecher, Hannover (5.7.2005)

Die 20. Ergänzungslieferung enthält den umfangreichen Beitrag „Assessing the Ecological Status of River Systems Using Fish Assemblages„ von U. Dußling, R. Berg (beide Langenargen), H. Klinger (Kirchhundem-Albaum) und C. Wolter (Berlin) mit den Ergebnissen des Verbundprojektes „Erforderliche Probenahmen und Entwicklung eines Bewertungsschemas zur fischfaunistischen Bewertung von Fließgewässern gemäß EG-WRRL„. Dieses hatte zum Ziel: 1) bekanntes Wissen zu den ökologischen Anforderungen der in nordeuropäischen Fließgewässern vorkommenden Fischarten zusammenzutragen und daraus Indikatoreigenschaften abzuleiten, 2) typ-spezifische Fischgemeinschaften für Fließgewässer abzuleiten, 3) Methoden für die Erstellung von Referenzen zu entwickeln, 4) ein darauf abgestimmtes Bewertungsverfahren, welches der natürlichen Dynamik und Stochastik einer Referenz-Fischzönose Rechnung trägt, und 5) Empfehlungen für die praktische Anwendung und Datenerfassung abzuleiten.

Mit drei Beiträgen aus Österreich zu Themen der Primärproduktion sowie der Bakteriellen Produktion befasst sich die 21. Ergänzungslieferung. Nach der Einleitung zum Kapitel „Produktion aquatischer Systeme„ von M.T. Dokulil (Mondsee), A.K.T. Kirschner und G. Wolfram beschreiben Dokulil, K. Teubner und C. Kaiblinger die „Primärproduktion (autotrophe Produktion)„, Kirschner und A.H. Farnleitner die „Bakterielle Produktion„ und schließlich C. Schrenk-Bergt (Berlin) „Schadstoffe in Muscheln – Nachweismethoden und Wirkungen„. Abgeschlossen wird die Lieferung durch das „Gesetz zum Schutz vor gefährlichen Stoffen (Chemikaliengesetz – ChemG)„ in der Neufassung vom 2.6.2002, zuletzt geändert durch Art. 10 G vom 15.5.2004 BGBl. I 2004, S. 934. K. Lecher, Hannover

  K. Lecher, Hannover (16.5.2005)

Seit Jahren ist der Einsatz von Pflanzenbehandlungs- und Schädlingsbekämpfungsmitteln (PBSM) in der Landwirtschaft ein umstrittenes Thema. In Deutschland werden jährlich ca. 35 000 Tonnen Wirkstoffe in Verkehr gebracht, davon machen die Herbizide fast die Hälfte aus. Etwa 80% der abgesetzten Wirkstoffmenge kommt in Landwirtschaft und Erwerbsgartenbau zur Anwendung. Die Akademie für Technikfolgenabschätzung in Baden-Württemberg hat in diesem Buch den Versuch unternommen, für das Bundesland B-W Art und Menge der Emissionen von PBSM auf den verschiedenen Eintragspfaden in die Umwelt zu charakterisieren und die gefundenen Belastungen in Wasser, Luft, Boden und Erntegütern auf ihre Relevanz in humantoxikologischer und ökotoxikologischer Hinsicht zu bewerten. Das Ziel ist es, diejenigen Wirkstoffe herauszukristallisieren, für die Reduktions- und Vermeidungsstrategien vordringlich sind.

Die einzelnen Kapitel behandeln nach einer Einleitung zunächst eine Klassifizierung der PBSM, den aktuellen Markt, den Einsatz in der Landwirtschaft, Eintragspfade in die Umwelt, PBSM in der Atmosphäre, im Grundwasser, in Oberflächen-gewässern, im Boden, Rückstände auf Erntegütern, eine Bewertung der PBSM-Kontaminationen sowie der einzelnen Wirkstoffe, und abschließend eine allgemeine Bewertung, Schlussfolgerungen zum Forschungsbedarf und Handlungsbedarf.

Auch wenn durch diese Studie nicht alle Aspekte dieses umfangreichen Themas abgedeckt werden konnten, verdeutlicht sie nachdrücklich die Notwendigkeit, die PBSM-Belastungen zu verringern und zeigt auf, für welche Immissionen es am dringendsten erscheint, geeignete, längerfristige Reduktions- und Vermeidungsstrategien zu entwickeln.

M. Billib, Hannover

Abseits der Diskussionen zur Stammzellenforschung, Präimplantationsdiagnostik oder Klonierung behandelte die Tagung des 18. Trierer Kolloquiums zum Umwelt- und Technikrecht die rechtlichen Fragestellungen, die sich zum Beispiel im Anlagen-, Abfall- und Abwasserentsorgungsrecht stellen.

Schwerpunkte waren außerdem Fragen des Einsatzes der Biotechnologie in der Landwirtschaft oder im Arzneimittelrecht. Abgerundet werden die Beiträge durch die Darstellung der naturwissenschaftlichen Grundlagen im einleitenden Vortrag. Neben den Vorträgen sind auch die Berichte über die Diskussionen Inhalt dieses Tagungsbandes.

M. Billib, Hannover

 

Die novellierte Trinkwasserverordnung (TVO) ist zu Beginn des Jahres 2003 in Kraft getreten. Erforderlich wurde sie durch verschiedene Anpassungen an neue gesetzliche Regelungen und die Umsetzung der EG-Richtlinie 98/83/EG über die Qualität von Wasser für den menschlichen Gebrauch vom 03.11.1998. 65 Beiträge von 52 Autoren spiegeln die vielfältigen Gesichtspunkte bei der Qualität von Trinkwasser wider. Neuere Erkenntnisse aus Forschung und Praxis insbesondere bei mikrobiologischen Parametern und organisch-chemischen Stoffen werden neben den klassischen Parametern in den Beiträgen berücksichtigt.

Inhaltlich ist das Buch nach folgenden Punkten gegliedert:

Der Verordnungstext, eine Begründung der Novellierung der TVO, der Beschuss des Bundesrates zur TVO und eine Bekanntmachung des Umweltbundesamtes schließen das umfassende Standardwerk ab.

B. Riemeier, Hannover

 

Durchgängigkeit der Fließgewässer ist mehr als „Fischaufstieg„. Die von der ATV-DVWK Arbeitsgruppe WW-8.1 (Sprecherin: B. Adam) erarbeitete Schrift behandelt nun die nicht weniger wichtige Problematik der Fischschutz- und Fisch-abstiegsanlagen. Gegliedert ist die Arbeit wie folgt: Einleitung / Biologische Grundlagen (Wanderverhalten, Relevantes Artenspektrum, Abwandernde Entwicklungsstadien, Zeitgeber und Auslöser der Abwanderung, Rhythmik der Abwanderung, Verhalten bei der Abwanderung, Mortalität während der Abwanderung) / Technische Grundlagen (Sohlenbauwerke, Staustufen, Talsperren, Wasserkraftnutzung, Wasserentnahmebauwerke, Kreuzungsbauwerke) / Schädigung abwandernder Fische (Schädigung bei der Überwindung von Stauanlagen, Wasserentnahmebauwerken und Rechen, bei der Passage von Turbinen) / Verfahren zur Gewährleistung des Fischabstiegs (Allgemeine Anforderungen, Mechanische Barrieren, Verhaltensbarrieren, Fischsammelsysteme, Gestaltung von Bypässen, Anordnung von mechanischen Barrieren und Bypässen, Fischtransportsysteme, Fischschonendes Anlagenmanagement, Fischschonende Turbinen, Fischschonende Anordnung von Entnahmebauwerken) / Funktionskontrolle (Laboruntersuchungen, Freilanduntersuchungen) / Rahmenbedingungen für Planung und Genehmigung (Die Forderungen der EG-Wasserrahmenrichtlinie, Planerische Grundlagen, Festlegung der Forderungen an Fischschutz- und Abstiegsanlagen, Analyse der möglichen Maßnahmen, Zusammenfassung und Ausblick) / Rechtliche Grundlagen. Die Inhaltsübersicht zeigt deutlich, dass das Thema umfassend und praxisnah behandelt wurde.

Nicht zuletzt erwähnenswert ist das 16seitige Literaturverzeichnis. Ergänzt wird die Schrift schließlich durch eine Liste der verwendeten Artnamen und ein Glossar. Die vorliegende Auflage wird wohl schnell vergriffen und eine Neuauflage erforderlich sein.

K. Lecher, Hannover (16.08.04)

 

Die 19 Ergänzungslieferung enthält sowohl grundlegende als auch praktische Aspekte der Limnologie. U. Gaedke (Potsdam) verfasste den Beitrag "Zusammenspiel von Nahrungsquantität und -qualität in Nahrungsnetzen".. Sie macht deutlich, dass die Populationsdynamik der Konsumenten neben der Quantität auch maßgeblich von der Qualität der Nahrung bestimmt wird. J. Gessner (Berlin), G.M. Arndt (Rostock), E. Anders (Born/Darß) und F. Kirschbaum (Berlin) berichten über die "Arterhaltung und Wiedereinbürgerung der Atlantischen Störe (Acipenser sturio und A. oxyrinchus) in Nord- und Ostsee". Von T. Pottgiesser und M. Sommerhäuser (beide Essen) stammt der umfangreichste Beitrag "Fließgewässertypologie Deutschlands", wichtig u.a. für die im Rahmen der EG-Wasserrahmenrichtlinie an Bedeutung gewonnene Bewertung der Oberflächengewässer.

K. Lecher, Hannover (08.08.04)

 

Fließgewässer sind offene, dynamische Systeme, die sich ständig verändern. Die Schrift enthält eine komprimierte Sammlung von Grundlagenwissen zum Ökosystem Fließgewässer. In verständlicher Form werden die vielfältigen Zusammenhänge und Abhängigkeiten zwischen fließendem Wasser, Substrat und Landschaft anschaulich hergeleitet. Eine hilfreiche Ergänzung ist das ausführliche Glossar im Anhang.

Am Anfang steht eine Einführung in die morphologischen Rahmenbedingungen. Neben der Wirkung von Fließgewässern (z.B. Abfluss und Geschiebe) wird die raum-zeitliche Entwicklung unter Berücksichtigung verschiedener Faktoren wie Klima, Tektonik, Gestein und Topographie erläutert. Anschließend folgt eine Definition des morphologischen Fließgewässerinventars, wobei die Erscheinungsformen der Gewässer nach Begriffsgruppen gemeinsam dargestellt werden. Besonderes Augenmerk liegt hier auf einer eindeutigen Begriffsdefinition, um Missverständnisse zwischen verschiedenen Fachdisziplinen auszuräumen. Das Kapitel „Abiotische Strukturen – Entstehung und Formen„ befasst sich mit dem komplizierten Zusammenspiel der drei Hauptfaktoren Gefälle, Substrat und Regime, die für die Entstehung und natürliche Verbreitung unterschiedlicher Gewässerformen verantwortlich sind. Als Grundlage für eine Strukturgütekartierung werden die wichtigsten Strukturkomplexe wie beispielsweise Linienführung, Sediment- und Uferstruktur sowie ihre Abhängigkeiten dargestellt. Ein eigenes Kapitel ist dem Thema Auen gewidmet, die eine wichtige Funktion in der Rekonstruktion der Entwicklungsgeschichte von Gewässern und somit auch in der Beschreibung ihrer potentiell natürlichen Zustände einnehmen. Dabei werden die unterschiedlichen Auentypen erstmals nach ihren wichtigsten Erscheinungsformen zusammenfassend beschrieben und gegliedert. Abschließend werden die wichtigsten bisherigen Arbeiten zum Thema „Fließgewässertypologie„ zusammengefasst, das Konzept der „Fließgewässerlandschaften„ vorgestellt, sowie Aspekte der dazu gehörigen Methodik angesprochen.

 E.-C. Mosch, Braunschweig (26.08.2003)

 

Der HAÖ informiert umfassend über die Komponenten des Wasserkreislaufes, ihre räumliche und zeitliche Verteilung sowie über Eingriffe des Menschen und die Qualität des Wassers. Projektträger ist die Abteilung Wasserhaushalt im BMLFUW (F. Nobilis), Projektleiter das Institut für Wasserwirtschaft, Hydrologie und konstr. Wasserbau der Univ. f. Bodenkultur Wien (H.-P. Nachtnebel). Die beiden nur gemeinsam zu erwerbenden Teile des HAÖ bestehen aus einer analogen, gedruckten Ausgabe und einer digitalen, GIS-basierten Ausgabe auf CD-ROM.

Die gedruckte Ausgabe enthält die Karten und ausführliche Erläuterungsblätter in deutsch und englisch (mit den Themen: Grundlagen, Niederschlag, Verdunstung, Schnee und Gletscher, Fließgewässer und Seen, Grundwasser sowie Stoffhaushalt. Die Karten der Bereiche Wasserhaushalt, Wasserwirtschaft sowie Wasser und Umwelt sollen mit der 2. Lieferung - vorgesehen für 2004 - folgen). Die digitale Version (auf CD-ROM) ermöglicht a) Wiedergabe der analogen Karten, b) Verknüpfung von Objekten mit tabellarischer und graphischer Information, d) Überlagerung mehrerer Themen und enthält e) Originaldatensätze der Themen für eine benutzerspezifische Verwendung. Die CD-ROM enthält auch Unterrichtsmaterial sowohl für Lehrer als auch für Schüler zu den Themen Hochwasser, Grundwasser, Schneeverhältnisse, Bodenbedeckung und Gewässergüte.

Mit der digitalen Version nutzt der HAÖ die heute zur Verfügung stehenden Medien. Die möglichen Verknüpfungen und thematischen Überlagerungen erweitern das Lösungsspektrum auch für ingenieurhydrologische Arbeiten und das für Lehrer und Schüler aufgearbeitete Unterrichtsmaterial macht den Atlas auch außerhalb der Grenzen Österreichs interessant.

K. Lecher, Hannover (14.08.2003)

 

Die 15. Ergänzungslieferung besteht aus zwei Teilen. Einerseits enthält sie im Rahmen der Loseblattsammlung den Wortlaut der EU-Wasserrahmenrichtlinie (WRRL), andrerseits das "Handbuch der Fließgewässer Norddeutschlands". Grundlage des Handbuches der Fließgewässer war eine vom Bundesministerium für Bildung, Forschung und Technologie finanzierte, im Verbund von zwei regional weit voneinander entfernten Arbeitsgruppen durchgeführte Forschungsarbeit. Die altglazialen Landschaften in Nordrhein-Westfalen sowie die jungglazialen Landschaften in Mecklenburg-Vorpommern wurden intensiv typologisch unter biozönotischen und gewässerkundlichen Aspekten bearbeitet; hinzu kamen Studien in Schleswig-Holstein.

Die 16. Ergänzungslieferung enthält den in Englisch geschriebenen Beitrag von R. Arlinghaus und T. Mehner (Berlin) sowie I. G. Cowx (Hull/UK): "Reconciling traditional inland fisheries management and sustainability in industrialized countries, with emphasis on Europe (Traditionelles Binnenfischerei-Management in Übereinstimmung mit der Nachhaltigkeit in europäischen Industrieländern). Mit der Thematik der intensiv genutzten Teichanlagen und Nährstoffreduktion durch bewachsene Bodenfilter ("Schilfkläranlagen") befasst sich der Beitrag von C. Schulz und B. Rennert (Berlin): Aquakultur und Umwelt - Nährstoffausträge der deutschen Aquakultur, die ökologischen Folgen sowie technische Möglichkeiten zu deren Reduzierung. Nicht weniger aktuell ist der letzte Beitrag "Kontaminierte Sedimente - Gefährdungsabschätzung von Gewässersedimenten - Handlungsempfehlungen und Bewertungsvorschläge für eine integrierte Bewertung" von T. Henschel (München), W. Calmano und V. Maaß (beide Hamburg) sowie F. Krebs (Koblenz). Abgeschlossen wird die 16. Erg.-Lieferung durch ein Stichwortverzeichnis für die inzwischen fast vollen zwei Ordner.

K. Lecher, Hannover (13.08.2003)

 

Mit der 2. Aufl. (20 Jahre nach Erscheinen der 1.) wurden erweitert: die Abschnitte zur Durchführung und Auswertung von Pumpversuchen in Festgesteinsbohrungen, zur Bestimmung des Durchlässigkeitsbeiwertes und des spezifischen Speicherkoeffizienten von Aquitarden (Grundwasser-(Gw-)hemmer), zur modellhaften Behandlung der Hydromechanik in inhomogenen, anisotropen Gw-Leitern, zur Hydrogeologie von Aquitarden und von carbonatischen Gw-Leitern sowie zum Verhalten von flüssigen und gasförmigen Kohlenwasserstoffen in Poren-, Kluft- und Karst-Gesteinen. Schwerpunktmäßig behandelt sind auch die Bestimungsmethoden der Gw-Neubildung, u.a. durch die Isotopenmethoden und Lysimetermessungen. Ausführlich beschrieben werden der Gw-Haushalt von Deutschland und von Trocken- und Permafrost-Gebieten.

Nach einer Einleitung behandelt die Autoren (Universität Kiel und Bundesanstalt für Gewässerkunde, Koblenz): Vorkommen und Verhalten des Gw‘s in der Erdkruste (Gw als Teil des unterirdischen Wassers, Druckverhältnisse in der ungesättigten und gesättigten Zone, Bewegung des unterirdischen Wassers), Grundwasser in den verschiedenen Gesteinsarten (Gw in Lockersedimenten, in Festgesteinen), Grundwasser als Teil des Wasserkreislaufes (u.a. hydrologischer und geologischer Wasserkreislauf, Bilanzgleichungen des Wasserkreislaufes und des Gw’s, anthropogene Einflüsse) und schließlich Glieder des Wasserhaushaltes (Niederschlag; Verdunstung; Abfluss; Rücklage und Aufbrauch, Vorratsänderung, im ungesättigten Bereich, im Gw-Bereich; Wasserhaushalt in Mitteleuropa; Wasser- und Gw-Haushalt anderer Klimagebiete).

Das Lehrbuch der Hydrogeologie hat sich zweifellos bewährt. Vielfach hilfreich für die praktische Anwendung wären entsprechende Zahlenbeispiele.

 K. Lecher, Hannover (27.07.03)

 

 

Das unter Mitarbeit von J. Gerth, G. Hirschmann, M. Paul und P. Jacobs entstandene Buch enthält in Kapitel 1 „Technische Geochemie – Konzepte und Praxis„ eine Einführung in die Ingenieurgeochemie (1.1), die Abschnitte Geochemie im Leitbild „Nachhaltigkeit„ (1.2), Umweltchemie – Technologische Aspekte (1.3), Umweltgeochemie – Grundlagen und Anwendungen (1.4) sowie Ingenieurgeochemie und Abfallwirtschaft (1.5), in Kapitel 2 „Natürlicher Abbau und Rückhalt von Schadstoffen„ Rückhalt/Sorption organischer Schadstoffe im Untergrund (2.1), Stofftransport im Grundwasser – Advektion/Retardation, Dispersion, Abbau (2.2), Schadstoff-Freisetzung (Desorptionskinetik, Lösungskinetik) (2.3) und Zeitskalen im Schadensherd und Natural Attenuation (2.4) und schließlich in Kapitel 3 „Ingenieurgeochemie im Boden- und Gewässerschutz – Praxisbeispiele und rechtlicher Rahmen„ Sickerwasserprognose für anorganische Schadstoffe (3.1), Langzeitverhalten von Deponien (3.2), Geochemische In-situ-Stabilisierung von Bergbaualtlasten (3.3) und Gewässersedimente und Baggergut (3.4).

Im Vorwort angeführte Leitvorstellungen bestimmen Konzept und Aufgaben der Praxis:

 

- Das Verständnis natürlicher Prozesse und ihrer Wechselwirkungen in komplexen Systemen besitzt erste Priorität beim künftigen Einsatz kostengünstiger in-situ-Methoden im Grundwasserschutz.

 

- Geochemisches Prozesswissen ist auch die Voraussetzung für eine Sickerwasserprognose von Abfällen und Altlasten und für die Optimierung der thermischen Abfallbehandlung mit dem Ziel einer Verwertbarkeit der Produkte.

 

- Die bereits erfolgreiche Anwendung geochemischer Techniken bei interdisziplinären Sanierungsmaßnahmen an Bergbaualtlasten eröffnet ähnlich günstige Perspektiven für den künftigen Umgang mit problematischem Baggergut.

Das praxisnahe Buch behandelt viele aktuelle, interdisziplinär zu lösende Probleme. Dementsprechend ergänzt es den Lehrstoff diverser Studiengänge. Es wird sich zweifellos in kurzer Zeit als einschlägiges Standardbuch etablieren.

K. Lecher, Hannover (19.04.03)

Es ist nicht üblich, im Rahmen einer Rezension ein Buch zu wiegen. Mit etwas über 2 kg ist die "Urbane Regenwasserentsorgung" von Debo/Reese zweifellos mehr als ein "Hand"-Buch. Der Inhalt ist wie folgt gegliedert:

Einführung in die urbane Regenwasserentsorgung / Regenwasserentsorgungsprogramme / Öffentliches Bewusstsein und Bürgerbeteiligung / Gesetzliche Regelungen und Dokumentation / Finanzierung von Regenwasserentsorgungsprogrammen / Datenverfügbarkeit und -gewinnung / Urbane Hydrologie / Regenwasserentwässerungssysteme / Entwurf von Durchlässen / Entwurf offener Gerinne / Speicher- und Rückhalteeinrichtungen / Energieumwandlung / Gewässerschutz / Rahmenplan zur Regenwasserentsorgung / Gewässerschutzprogramme / Objektplanung und -bau / Unterhaltung.

 

Ausführlich behandelt werden die traditionellen Entwässerungssysteme. Knapp gehalten ist dagegen das Thema der Regenwasserversickerung. Das mit fast 230 S. stärkste Kapitel Gewässerschutz (Structural Best Management Practices) befasst sich mit Oberflächengewässern, Verschmutzung und Ausgleichsmaßnahmen, der Schätzung von Verschmutzungs-Konzentrationen und -Lasten, Auswahl und Entwurf von Gewässerschutzkonzepten, Vor- und Nachteile von zentralen und dezentralen Systemen, speziellen Einrichtungen (u. a. Rückhalte- und Speicherbecken, Feuchtflächen, Filter- und Versickerungsanlagen, Fettabscheider, Sandfänge). Mit etwa 90 S. folgen die Abschnitte Urbane Hydrologie (Urban Hydrology) und Entwurf offener Gerinne (Open Channel Design). Bei der Urbanen Hydrologie finden wir Hinweise zum Einzugsgebiet, zum Niederschlag und Abfluss mit entsprechenden Ausführungen über die Relationen Intensität-Dauer-Häufigkeit, diversen Niederschlag-Abfluss- und Wasserbilanz-Beziehungen. Beim Entwurf offener Gerinne stehen hydraulische Aspekte (Grundlagen, Durchfluss-Querschnitts- und Auskleidungsaspekte sowie Renaturierungs- und Umweltfragen im Vordergrund.

Mit jeweils 50 bis 70 S. sind schließlich die Kapitel Datenverfügbarkeit und -ge-winnung (Data Availability and Collection) mit Einzugsgebiet, Gerinne, GIS, Telemetrie, Genauigkeit der Daten, Datenstatistik, Niederschlags-, Abfluss-, Umweltdaten, Emissionsquellen u. a., Regenwasserentwässerungssysteme (Storm Drainage Systems) mit Entwurfsgrundlagen, Einläufe, Energieverluste in Rohrsystemen, usw., Entwurf von Durchlässen (Design of Culverts) mit Entwurfsablauf und -kriterien, Durchflusssteuerung, Entwurfsbeispiele u. a., Rahmenplan zur Regenwasserentsorgung (Stormwater Master Planning) mit Bedeutung und Erstellen von Rahmenplänen, Grundtypen von Rahmenplänen u. a. sowie Gewässerschutzprogramme (Stormwater Quality Management Programs) zu nennen.

30 bis 40 S. enthalten die Abschnitte Regenwassserentsorgungsprogramme (Stormwater Management Programs), Gesetzliche Regelungen und Dokumentation (Ordinance, Regulations and Documentation), Finanzierung von Regenwasserentsorgungsprogrammen (Financing Stormwater Management Programs), Energieumwandlung (Energy Dissipation) und Objektplanung und -bau (Site Design and Construction). Schließlich sind (mit einem Umfang von jeweils 15 bis 25 S.) folgende Abschnitte zu nennen: Einführung in die urbane Regenwasserentsorgung (Introduction to Municipal Stormwater Management), Öffentliches Bewusstsein und Bürgerbeteiligung (Public Awareness and Involvement) und Unterhaltung (Maintenance).

Nach guter amerikanischer Tradition enthält der Text zahlreiche Rechenbeispiele. Für europäische Verhältnisse sehr nachteilig ist das verwendete amerikanische Maßsystem mit in, ft, acre-feet, ft/s, cfs usw. Geschrieben ist das Buch, nach Aussage der Autoren, für einschlägig tätige Ingenieure, Konstrukteure und Planer, aber auch fürStudenten des Ingenieurwesens und der Umweltwissenschaften im Rahmen ihrer Planungs-, Verwaltungs- und Ingenieurfächer.

K. Lecher, Hannover (28.03.03)

 

Es handelt sich um ein ausführliches und sorgfältig gemachtes Buch mit. gutem Anschauungsmaterial (Bildern). Der Hauptaspekt ist die Wasserreinigung mit Pflanzen, wenngleich die Autoren bei allen Kapiteln eine allgemeine Einführung in das Thema voranstellen. Die Hauptthemen sind Ökologie der Feuchtgebiete, allgemeine und spezielle Ökologie technischer Feuchtgebiete, Einsatzgebiete derselben werden besprochen wie auch der Bau technischer Feuchtgebiete.

Die Inhalte sind klar gegliedert und dargestellt. Die Erklärungen sind für Leser aus verschiedensten Interessensrichtungen verständlich. Insofern ist das Buch im besten Sinne ein Lehrbuch. Es bemüht sich auch um die Einbettung der Tatsachen in einen historischen Kontext, so dass ein ganzheitlicher Ansatz in vielen Kapiteln vollzogen ist. Darüber hinaus werden die technischen Anwendungsaspekte mit den biologisch-ökologischen verbunden, so dass für den ökologisch Interessierten technologische Anwendungen nachvollziehbar werden. Andererseits ergeben sich auch für die technisch Interessierten Einblicke in die Komplexität der „Verwertung„ biologischer Systeme.

Das Verdienst des Buches ist die Aufarbeitung der Ökologie technischer Feuchtgebiete mit dem Schwerpunkt, den Beitrag der Pflanzen am Kreislauf, an Aufnahme- und Abbauprozessen zu hinterleuchten. Dieses ist sehr gut gelungen, die Breite der Darstellungen bieten klare Erklärungen, aber auch eine Fülle von Detailinformationen. Es sollte mit der Lektüre gelingen, gut allgemein informiert zu sein und Ansatzpunkte für weiteres Nachforschen zu finden.

Einige Kritikpunkte, die den Wert des Buches nicht mindern, sind im Folgenden aufgelistet: Die Kapitel über andere Abwasserreinigungsverfahren haben keinen systematischen Zusammenhang mit den anderen, die naturnahen Verfahren behandelnden Kapitel. Sie fußen z. T. auf recht altem Schrifttum. Ferner empfehle ich das Kapitel 8 zu den „Wasserrechtlichen Aspekten von Pflanzenkläranlagen„ unter Beachtung der aktuellen Entwicklungen einer baldigen kritischen Anpassung. Rein formal wäre es hilfreich, eine für den Leser zu detailistische Untergliederung mancher Unterkapitel zu überdenken. Eine klare Definition und Abgrenzung von Pflanzenanlagen, Pflanzenkläranlagen, technischen Feuchtgebieten, bewachsenen Bodenfiltern wäre an einer Stelle noch einmal zusammen zu fassen. Über eine Diskussion der Grenzen der Wasserreinigung mit Pflanzen sollte vielleicht ergänzend nachgedacht werden.

S. Kunst, Hannover (24.02.2003)