Gesellschaft für Weiterbildung in der Wasserwirtschaft e. V.
c/o WBBau - Wasser und Umwelt -, Callinstrasse 34, 30167 Hannover


Buchbesprechungen (Seite 1, 2, 3, 4, 5, 6)

vom 1.1.2006 bis 31.12.2007

   Die Länderarbeitsgemeinschaft Wasser (LAWA) hat in den  „Rahmenempfehlungen zur Analytischen Qualitätssicherung“ den notwendigen Umfang der Maßnahmen zur Sicherstellung qualitativ einwandfreier Analyseergebnisse umrissen.

Durch weitere Veröffentlichungen, insbesondere von Merkblättern, werden Hilfen zur Präzi-sierung und Ausfüllung der Rahmenanweisungen gegeben und das Rahmenkonzept konti-nuierlich aktualisiert. 

Im Rahmen der Merkblätter werden nicht nur Fragen einer statistischen Qualitätssicherung oder der Qualitätssicherung mit den Mitteln der Plausibilitätskontrolle abgehandelt, sondern auch Fragen der analytischen Qualitätssicherung angesprochen. Außerdem werden analysen-technische Informationen zu vorgeschriebenen Normen und sonstigen Verfahrensvorschriften in dem Umfang gegeben, wie dies zur Verbesserung der Ergebnisqualität, durch Beseitigung aufge­tretener Unklarheiten und durch Hinweise auf die Behebung von aufgetretenen praktischen Problemen, erforderlich ist. 

Die 13. Lieferung beinhaltet die Rahmenempfehlungen und die Merkblätter Kontrollkarten.

 

 M. Billib, Hannover

   Konflikte zwischen Wasserkraftnutzung und Fischfauna erwachsen aus einem umwelt-politischen Zwiespalt. Einerseits zählt die Wasserkraft zu den erneuerbaren Energien. Sie gilt als umweltfreundlich, zumal sie zur Verminderung des CO2-Ausstoßes und damit zum Klimaschutz beiträgt, und wird deshalb staatlicherseits gefördert. Andererseits führt die Wasserkraftnutzung regelmäßig zu Beeinträchtigungen der Gewässerökologie und insbesondere zu Schädigungen der Fischfauna.
Dabei ist zu berücksichtigen, dass das Potenzial der Wasserkraft in Deutschland aus naturgegebenen Gründen nahezu ausgeschöpft ist. Hinzu kommt, dass die oberirdischen Gewässer in Deutschland gegenwärtig vor allem in biologischer und morphologischer Hinsicht überwiegend nicht den Zielen der EG-Wasserrahmenrichtlinie entsprechen. Die Rechtsfragen des umrissenen Konflikts sind bisher vernachlässigt worden. Ihnen gilt deshalb diese Untersuchung.
Von der rechtstatsächlichen Lage ausgehend, nimmt die Studie eine typologische Unterscheidung spezifischer Konfliktsituationen zwischen Wasserkraftnutzung und Fischfauna vor. Den Schwerpunkt des Buches bilden der verwaltungsrechtliche Rahmen für die Neuzulassung einer Wasserkraftanlage, sowie die Konkretisierung des wasserrechtlichen Rahmens für die Erweiterung oder Wiederinbetriebnahme einer Wasserkraftanlage und schließlich der wasserrechtliche Rahmen für nachträgliche Beschränkungen des laufenden Betriebs einer bestehenden Wasserkraftanlage.

Dabei werden jeweils im Anschluss an die materiellen Fragen des deutschen und des europäischen Rechts auch die Möglichkeiten des Rechtsschutzes erörtert.

 M. Billib, Hannover 

   Die EU-Wasserrahmenrichtlinie stellt die europäische Gewässerschutzpolitik auf eine neue Grundlage. Die Richtlinie stellt hohe Anforderungen an die Qualität der Gewässer und unterstreicht damit die Anstrengungen der Europäischen Union auf ihrem Weg hin zu einem integrierten Wasserressourcen-Management.

 Die wesentlichen Inhalte der Richtlinie stellt die nun bereits 2. Auflage des Handbuchs der EU-Wasserrahmenrichtlinie ausführlich vor und erläutert den aktuellen Stand in Deutschland sowie die noch erforderlichen Schritte zur Umsetzung.

 Basierend auf der ersten Bestandserhebung in Deutschland vom März 2005 werden von 37 ausgewiesenen Spezialisten in 27 Beiträgen offene Punkte diskutiert und pragmatische Lösungsansätze präsentiert. Dabei bilden ökonomische Aspekte der Gewässerbewirtschaftung einen wichtigen Bestandteil. Angesichts der angespannten Haushaltslage in Deutschland soll dies nicht als Kapitulation vor wirtschaftlichen Zwängen, sondern als Ausdruck einer effizienten Verteilung vorhandener Mittel verstanden werden.

 Die in der Neuauflage behandelten Themen reichen weit über den Horizont der klassischen Wasserwirtschaft hinaus und berühren Bereiche wie Landwirtschaft, Raumordnung oder Tourismus.

M. Billib, Hannover 

            BILD-Wissensbibliothek enthält 12 Bände, von Erde und Weltall (Bd. 1) über Länder und Kontinente (Bd. 2)  bis Religionen und Glaube (Bd. 11) sowie Wirtschaft und Gesellschaft (Bd. 12). Bd. 5 ist in die Themen Das Pflanzenreich - Vitalität in Grün / Pilze - nützlich oder schädlich? / Niedere Pflanzen - Am Anfang des Weges / Bäume - mehr als nur Holzlieferanten / Sträucher - zierend und nährend / Gräser - Nahrungsgrundlage für Milliarden / Blumen - Verführung für Auge und Nase / Heilpflanzen - Kräuter gegen vieles / Gewürzpflanzen - in der Küche unverzichtbar / Gemüse - schmackhaft und gesund / Obst - zum Anbeißen gut / Nutzpflanzen - von Tee bis Teak. Auf Erlen beziehen sich die Fragen: Warum brauchen Erlen Knöllchenbakterien? Warum stehen Erlen so häufig an Gewässern? Welche Erlenart findet sich fast überall in Europa? und Was hat Venedig mit Erlen zu tun?; bei den Weiden sind es: Welche Weide bringt die Weidenkätzchen hervor? Wie passen sich Spalierweiden an ihre Lebensräume an? Was sind Kopfweiden? Welche Schmerzmittel verdanken wir der Weide? und Lassen sich aus allen Weidenarten Körbe flechten? Nützlich wäre ein Hinweis, von wem die jeweiligen Fragen und Anworten stammen. Die Herren Karasek und Merbold sind jedenfalls nicht als Botaniker oder Pflanzenkenner anderer Art bekannt.

                                                                                                       K. Lecher, Hannover (29.1.2007)

Auf der Suche nach zuverlässigen Voraussagen zur Trinkwasserbelastung durch Abfallablagerungen förderten die DFG, die Volkswagen-Stiftung, die EU, das BMWi und die Industrie seit 1976 ein interdisziplinäres Langzeitforschungsprogramm, in dem 15 Institute aus ganz Deutschland die Belastungen des Grundwassers durch Sickerwässer aus Abfalldeponien untersuchten.

 

Die Untersuchungsergebnisse werden mit diesem Werk nun vorgelegt. Beispiele der neuesten Erkundungs-, Schutz- und Rückbautechniken finden sich am Schluss des Bandes. Dies sind die wichtigsten Erkenntnisse:

- die Verdunstung von der Abfalloberfläche ist so gering, dass selbst in Halbwüsten Trinkwasser belastet werden kann,

- industrielle Abfälle können zunächst in erheblichem Umfang im Siedlungsabfall gespeichert, aber nur in Ausnahmefällen stabil gebunden oder abgebaut werden,

- die ungesteuerte biologische Stabilisierung wird vor allem in großen Deponien durch lang andauernde Konservierungsvorgänge unterbrochen, so dass die mit dem Abbau verbundene Aktivierung der Emissionen um mehr als eine Zehnerpotenz später einsetzen kann, als die Gewährleistung für technische Barrieren gegeben werden kann,

- die gesteuerte und gekapselte biologische Stabilisierung vor der Ablagerung senkt das Inventar gasförmig emittierbarer Schadstoffe bis auf geringe Spuren, verhindert die verzögerte Emission hydraulisch mobilisierbarer Schadstoffe aber nur dann, wenn ein permanent aerober Deponiekörper aufgebaut wird,

- das biologisch stabilisierte organische Material erreicht die Reaktionsträgheit eines Waldbodens, besteht aber nicht aus natürlichen Huminstoffen,

-stofflich undefinierte Kunststoffablagerungen sind langfristig biologisch angreifbar und die dadurch induzierten chemischen Reaktionen können bis zum Brand führen,

- die "Selbstreinigung" der Fracht eines belasteten Grundwasserleiters ist unvollständig und reicht um mindestens eine Zehnerpotenz weiter als bisher in situ gemessen wurde.

M. Billib, Hannover

Das Jahr 2005 stand für die Vereinten Nationen im Zeichen umfänglicher Reformbemühungen. Ihren Höhepunkt erreichten sie mit dem New Yorker September-Gipfel. Die Medien reagierten allerdings überwiegend enttäuscht auf den fehlenden politischen Willen, etwa bei der Reform des Sicherheitsrates einen Durchbruch zu erzielen. So blieben die durchaus bemerkenswerten Fortschritte im Bereich globaler Umweltpolitik weitgehend unbemerkt: Die Stärkung des UN-Umweltprogramms (UNEP) ist beschlossene Sache, und selbst die Gründung einer UN-Umwelt-organisation (UNEO) scheint nun möglich. Das Buch greift diese Entwicklungen auf. Es be-schreitet neue Wege, denn es verknüpft die Frage der institutionellen Reform erstmals mit zwei konkreten Politikfeldern, die 2005 im Mittelpunkt des Interesses standen: die nachhaltige Wasser- und Waldpolitik. Das Zusammenführen der Diskussionsstränge ist sinnvoll, weil am konkreten Fall besser aufgezeigt werden kann, dass eine konsequente Reform der Vereinten Nationen im Umweltbereich wegweisende Ergebnisse für themenbezogene Fachverhandlungen hervorbringen kann. „Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben" – so das geflügelte Wort Gorbatschows. Wer die Vereinten Nationen ökologisch stärker sensibilisieren will, sollte den aufgestauten Reformbedarf in den Bereichen Wasser und Wald nutzen, den erforderlichen Reform-prozess zu beschleunigen. Dr. A. Rechkemmer, Mitarbeiter der United Nations University (UNU-EHS), Gastwissenschaftler am Wissenschaftszentrum Berlin und Lehrbeauf-tragter der FU Berlin, sowie F. Schmidt, Euro Business College Berlin, zeigen mit diesem Buch, wie man die dazu notwendige Architektur konzipieren kann. Und so mag man im Sinne Gorbatschows fortfahren: wer dieses Buch nicht zur Kenntnis nimmt, kommt vielleicht zu spät beim entstehen einer Weltumweltpolitik.

M. Billib, Hannover

Reihe: Umwelt- und Technikrecht, Band 84, Erich Schmidt Verlag, Berlin, 2005, 226 Seiten, DIN A 5, fester Einband, EURO (D) 58,00. ISBN 3 503 09073 8

Mit der am 22. Dezember 2000 in Kraft getretenen EU-Wasserrahmenrichtlinie wurde das europäische Gewässerschutzrecht grundlegend umgestaltet und einem Gesamtkonzept unterworfen. Dieses so genannte Flussgebietsmanagement muss nun auf nationaler Ebene weiter umgesetzt werden. Konflikte mit dem verfassungsrechtlich verankerten Föderalismus sind dabei unausweichlich. Der aktuelle Band aus der Reihe "Umwelt- und Technikrecht" untersucht zunächst die organisationsrechtlichen Vorgaben der Wasserrahmenrichtlinie für das Flussgebietsmanagement. Anschließend befasst er sich mit der Umsetzung in nationales Recht und geht auf die rahmenrechtliche Richtlinientransformation durch das 7. WHG-Änderungs-gesetz ein. Darauf aufbauend wird die zentrale Problematik diskutiert, die immer dann entsteht, wenn gemeinschaftsrechtliche Umsetzungspflicht und Aufteilung der nationalen Rechtsetzungsbefugnisse zwischen Bund und Ländern nach Maßgabe des Art. 75 GG aufeinander treffen. Schließlich beschäftigt sich das Buch sowohl in fachlicher als auch in rechtlicher Hinsicht vertieft mit den einschneidenden Folgen, die sich bei der Verwirklichung der Flussgebietsbewirtschaftung auf Landesebene in der Praxis ergeben.

M. Billib, Hannover

Die 24. Ergänzungslieferung enthält, abgesehen von einer Aktualisierung des Stichwort-verzeichnisses drei Beiträge. B. Karrasch vom UFZ (Umweltforschungszentrum) Leipzig-Halle berichtet zur "Qualifizierung und Quantifizierung der ersten Stufe der mikrobiologischen Selbstreinigung (extrazelluläre Enzymaktivität, EEA) in Gewässern und Indikation von Gewässer-belastungen und ökologischen Zuständen". Die externen Enzymaktivitäten wurden an einem breiten Spektrum von Fließ- und Standgewässern demonstriert: Oder, Elbe, Weser, Rio Biobio (Chile) mit seiner Belastung aus der Zellstoffindustrie und an den Stufen des Reinigungsprozesses in einer modernen Kläranlage. Die beiden weiteren Beiträgen aktualisieren das Wasserhaushaltsgesetz (WHG) und die Trinkwasserverordnung (TrinkwV).

Mit dem Beitrag "Die Wiedergenesung der Elbe nach dem gesellschaftlichen Umbruch in Deutschland und Tschechien (H. Guhr, D. Spott und U. Dreyer, UFZ Leipzig-Halle) der 25. Ergänzungslieferung wird erstmalig die Vielzahl der Verbindungen und Elemente deutlich, die im Elbewasser relevante Konzentrationen erreichen und die offenbar ein wesentlicher Grund für die biologische Verarmung sind bzw. waren. Arten, deren Partner sich überwiegend durch die chemischen Signale der Pheromene finden, werden bei so viel unnatürlicher Chemie fehlgeleitet. Ohne Vermehrung erlischt die betreffende Art.

K. Lecher, Hannover (25.3.2006)